NiCD/NiMH Lader für Senderakku (Einschubplatine)

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Bei der Laderschaltung für die Senderakkus waren folgende Komponenten für mich wichtig:

Laderschaltung
Nach anfänglichen Überlegungen dafür genau die gleiche Reflexladerschaltung einzusetzen wie bei den Ladern für die Fahrakkus entschied ich mich doch dafür auf die Entladefunktion zu verzichten und ein anderes NC/NiMH Lader IC auszuprobieren.
Als 1. Schritt wurde die Grundschaltung des Lade IC „MAX713“ der Fa.Maxim auf die gewünschten Ströme und Zellenanzahl angepasst. Um die ganze Sache nicht ins unendliche zu komplizieren, habe ich mich auf die Kenndaten der von mir verwendenden Akkus beschränkt. Trotzdem sollte durch die Verwendung von Jumpern und Relais eine weitgehende Flexibilität bezüglich Ladezeiten und –modi erreicht werden. Da ich aber aus Gründen einer geringen Breite keine unnötigen Umschalter und Regler auf der Frontplatte haben wollte, ging ich einen anderen Weg. Die Schaltung ist in der Grundstellung aller Relais so konfiguriert, dass sie meine 800mAh Senderakkus in 4 Stunden lädt. Solange diese Einstellung ausreicht, kann man natürlich auch auf die Relais 1-5 und die dazugehörenden Bauteile verzichten und gegebenenfalls später nachrüsten.

Die von mir verwendeten Senderakkus sind derzeit ausschließlich 800 mAh NiCD Blöcke (Mignon) mit 8 Zellen (9,6 Volt). Vorgesehen ist die Schaltung aber jetzt schon auf das zusätzliche verwenden von 1200 mAh sowie 1600 mAh NiMH Akkus. Dementsprechend habe ich die Widerstandsbestückung vorgesehen. Die längste mögliche Ladezeit ist bedingt durch das IC 4 Stunden, das entspricht einem Ladestrom von 1/4 C, gefolgt von einer Erhaltungsladung mit C/8.

Die schnellste mögliche Zeit des ICs sind 15 Min. mit 4C Ladestrom. Das sollte man aber nur mit dafür geeigneten Akkus ausprobieren! Als Obergrenze für meine Schaltung habe ich 30min, entsprechend 2C (1,6A) vorgesehen. Dabei empfiehlt es sich aber unbedingt eine Temperaturüberwachung einzusetzen. Für die meisten Mignon Akkus ist aber bei 1C sicher die sinnvolle Grenze erreicht. Außerdem dürfte für diese Dimensionierung auch ein größerer Kühlkörper nötig werden.

In den von mir verwendeten Akkublocks habe ich Temperaturfühler (KTY81-120) eingeschrumpft. Falls Sie keine Temperaturüberwachung benutzen, oder anderer Temperaturfühler eingebaut haben, ist der entsprechende Schaltungsteil entsprechend anzupassen, bzw. kann wegfallen. Die je nach Widerstandswert anzupassenden Widerstände sind R22, R23 und R44,R45.

Da ich mich mittels Jumper auf die Zellenanzahl festgelegt habe, und mich bei der Anzahl der möglichen Ladeströme etwas begrenze, benötige ich zur Programmierung der Ladezeiten nur den Anschluss PGM3. Mit 2 Relais lassen sich folgende Zeiten einstellen (Gemäß Datenblatt S. 7 ist von mir nur die Voltage Slope Abschaltung berücksichtigt). 0,5h, 1h, 2h und 4h mit jeweils Ladeströmen 2C bis 1/4C. Abhängig ist der Ladestrom von den Widerständen R12 und R25-R27. Das Lade IC regelt den Strom so lange nach, bis an diesen Widerständen, genauer gesagt zwischen den Pins GND und Batt.- eine Spannung von 0,25 Volt gemessen wird.

Gemäß der verwendeten Akkus sind die Widerstände für die unterschiedlichen Ladeströme berechnet. Vorgesehen sind Akkukapazitäten von 600, 800, 1200 und 1600 mAh. Die benötigten Werte berechnen sich aus der Formel Rx= 0,25V / I. Für die möglichen Ladezeiten ergibt sich also folgende Tabelle:
 

Akku
4C
2C
1,5C
1C
0,75C
0,5C
0,33C
0,25C
600mAh
0,1R
0,2R
0,27R
0,42R
0,56R
0,82R
1,25R
1,7R
800mAh
0,078R
0,15R
0,2R
0,31R
0,42R
0,62R
0,94R
1,25R
1200mAh
0,052R
0,1R
0,14R
0,21R
0,27R
0,41R
0,62R
0,82R
1600mAh
0,039R
0,078R
0,1R
0,15R
0,2R
0,31R
0,47R
0,62R

Markiert habe ich die Widerstände wie ich sie ungefähr aus der Parallelschaltung bei Aktivierung der entsprechenden Relais erhalte. Eine Annäherung an die entsprechenden Werte reicht vollkommen aus. Bitte beachten, dass die Stromfühlerwiderstände R24 und R51 ebenfalls in die Rechnung mit eingehen.

DC-DC Spannungswandler
Damit ein Laden der Senderakkus auch im Außenbetrieb möglich ist, wird noch ein Spannungsverdoppler benötigt. Dieser Schaltungsteil befindet sich rund um das IC4 (UC3843N). Eingeschaltet, oder genauer gesagt bei Netzbetrieb ausgeschaltet,  wird der Spannungswandler durch den Komparator  IC5a, der die halbierte Eingangsspannung an Pin 2 mit der 8V Spannung über der Z-Diode an Pin 3 vergleicht. Steigt also die Eingangsspannung der Schaltung auf 16V, fällt das Relais ab und der Wandler ist stromlos. Die Dioden D3 und D4 verhindern, dass die erhöhte Eingangsspannung einen falschen Weg geht, und die Spannungsmesung verwirrt, oder gar die anderen Steckkarten mit Strom versorgt. Mit dem Poti P2 wird die Spannung des DC-DC Wandlers auf etwa 16-17 Volt eingestellt. Diese Werte gelten natürlich nur für einen 8 Zelligen Senderakku, bei mehr Zellen müssen gegebenenfalls auch die Spannungen der Z-Diode und des DC Wandlers angepasst werden. Noch ein paar Worte zu der eingesetzten Spule SP1: Der Wert ist nicht allzu kritisch, da das IC selbst nachregelt. Wichtig ist der Strom, deshalb keinen zu dünnen Draht verwenden. Bei Conrad gibt es z.B. eine 30yH/2A Entstördrossel SFT830S, Best# 534404 (Seite 1010 im 2001er Katalog) die sollte gehen. Ich habe meine Spule selbst gewickelt, auf einen Kern von Reichelt: RIK20 mit 18 Wdg. 1 mm Kupferlackdraht.

Ladungsmessung
Zur Anzeige der abgegebenen Lademenge, habe ich aus Platzgründen bei dieser Schaltung eine einstellige 7-Segmentanzeige Zeile gewählt, die in 100 mAh Schritten anzeigt.(Alternativ könnte z.B. auch eine LED Zeile benutzt werden, das Programm des Controllers muss dann entsprechend angepasst werden). Angesteuert wird die Anzeige von einem U/F Wandler IC XR4151 . Die Impulse des Wandlers gehen auf den Mikrocontroller (89C2051). Das Rücksetzen des Modules erfolgt automatisch beim Einschalten des Lademodus, sobald der Akku angeklemmt wird. Natürlich könnte man hier auch die gleiche Schaltung mit dem Zählermodul anwenden, die schon beim Reflexlader für Fahrakku eingesetzt wurde, was aber ein breiteres Modul zur Folge hätte.
Zum Abgleich dieses Schaltungsteiles lötet man am besten für R12 einen 0,25 Ohm Widerstand ein und schließt einen leeren Akku an. Der Ladestrom beträgt jetzt 1A. Mit einem Frequenzmesser stellt man nun am Pin 3 des RC4151 die Ausgangsfrequenz fest. Bei 1A muss diese 1136 Hz sein. Im Mikrocontroller wird dieser Takt dann duch 4096 geteilt und gezählt. (1136 Pulse/Sekunde * 3600 Sekunden/Stunde) / 4096 = 998,4375 mAh. Wer keinen Frequenzmesser, aber ein Oszilloskop besitzt muss hier eine Periodendauer von ca. 0,9 ms einstellen. Mit dem Trimmpoti P2 so lange einstellen bis die Werte stimmen. Hat man nichts von beiden, kann noch die Zeit bis zum umschalten der Anzeige auf die nächste Ziffer gemessen werden. Bei 1A sind das 6 Minuten für 100mAh.

Bedienung
Der Taster T1 hat 2 Funktionen, abhängig davon, ob ein Akku angeschlossen ist oder noch nicht. Vor dem Akkuanschluß stellt man damit den Ladestrom durch wiederholtes drücken des Tasters ein. Die 7 Segment Anzeige zeigt dabei die zu erwartende Ladezeit an. Voreingestellt ist I/4, also 4 Stunden. Ein Tastendruck schaltet der Reihe nach auf I/2 (2h)I (1h) und 2I (0.5h), nochmaliges drücken des Tasters schaltet wieder auf I/4 (4h) usw. Nach anschließen des Akkus leuchtet die LED1 (Schnelladung) und der Dezimalpunkt der 7 Segment Anzeige blinkt im Takt von 1mAh. Das umschalten des Ladestromes ist jetzt verhindert. Angezeigt wird die eingespeiste Lademenge in 100 mAh Schritten. Drückt man bei angeschlossenem Akku auf den Taster, wird der aktuelle Ladestand 4 stellig angezeigt, d.h. die 4 Stellen rollieren nacheinander "durch" die 7 Segment Anzeige (z.B. 0. 8 1 2 A h für 812mAh). Danach wird wieder auf die 100 mAh Stelle umgeschaltet. Ist die Schnelladung abgeschlossen, erlischt LED1 und die aufgenommene Ladungsmenge wird wieder "rollierend" angezeigt. Jetzt schaltet das Lade IC auf Erhaltungsladung um (ca. I/16). Dies so lange, bis der Akku abgeklemmt wird. Beim abklemmen des Akkus, wird nochmals die aufgenommene Lademange angezeigt (zur Sicherheit 2 mal), danach gelöscht, und dann automatisch auf I/4 Ladestrom zurückgeschaltet, um ein versehentliches Schnelladen des nächsten Akkupacks zu verhindern.

 Schaltplan Ladegerät
 Stückliste
 Layout
 Bestückungsplan
 Bestückungsplan gross (4 Teile als zip

Die Software für den 89C2051 in der Version 1.0 vom 26.01.2001 als hex und bin, den Sourcececode wieder auf Anfrage per eMail

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Letzter Update: 10.01.2002


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