
Wichtige Schaltungsänderung
für alle, die einen Zellenwahlschalter benutzen !
Ich habe erfahren, das mehrere Reflaxlade ICs ICS1702 bei Verwendung
der
vorgeschlagenen Schaltung und des Zellenwahlschalters beim umschalten
auf
1 Zelle defekt wurden. Als Grund vermute ich eine zu hohe Spannung am
Pin
Vin. Deshalb habe ich die Schaltung um eine Schutzdiode an Pin 18
(Z-Diode
2,7 V, ZD2) und dem Strombegrenzungswiderstand R53 ergänzt. Da der
Pin
Vin einen sehr hohen Innenwiderstand besitzt, beeinflusst der
Strombegrenzungswiderstand
R53 das Messergebnis praktisch nicht. Da mein altes
Platinenlayoutprogramm
leider nicht mehr zufriedenstellend arbeitet, gibt es von der neuen
Version
keine neues Layout. Benötigt wird die Schutzschaltung aber nur in
Verbindung
mit der 1 Zellen Schalterstellung des Wahlschalters! Die beiden
Bauteile
kann man aber noch problemlos auf der Platine plazieren.
Da bei ausgeschaltetem Reflexlader und
bereits angeschlossenem (mehrzelligen) Akku ebenfalls eine zu hohe
Spannung an Vin gelangen kann, darf man den Akku erst nach dem
einschalten anschliessen!
Reflexladung / Ladeprinzip
Das Prinzip der Reflexladung (meines Wissens patentiert) besteht aus
einem Ladeimpuls, gefolgt von einem kurzen Entladeimpuls mit relativ
hohem
Strom. Danach eine kleine Pause, in der die Akkuspannung gemessen wird,
um das Ladeende zu erkennen. Bei dem von mir eingesetzten IC dauert ein
Ladeimpuls ca. 1050ms, der Entladeimpuls 5ms. Der Entladestrom sollte
2,5
mal den Wert des eingestellten Ladestromes betragen.
Der Vorteil des Reflexladeprinzips ist ein weitgehendes verschwinden des Memoryeffektes eines NC Akkus, da der kräftige Entladeimpuls gewissermassen die Reserven des Akku "aufweckt". Es ist daher auch möglich einen teilentladenen Akku aufzuladen ohne das dieser Überhitzt.
Wichtig ist eine exakte Erkennung des Ladeendes, was von dem eingesetzten IC jedoch zuverlässig erledigt wird. Durch die Reflexladung ist es ausserdem möglich, die Schnelladezeiten deutlich zu verringern. Das IC lässt sich auf bis zu 4 fachen Ladestrom, also eine Akkuladung in 15 Minuten einstellen. Vorausgesetzt das Ladegerät gibt den entsprechenden Strom auch her. Der Akku selbst wird dabei kaum warm und ist ohne weiteres Fertigladen auch zu ca. 90% aufgeladen.
Mit dem hier vorgestellten Lader habe ich diese 4C auch schon ausprobiert, verwende normalerweise jadoch maximal 2C (30 Minuten) um die Akkus doch etwas zu schonen.
Näheres zum Reflexladen könnt Ihr dem Datenblatt ICS1702 entnehmen.
Die Schaltung besteht im Prinzip aus 4 Blöcken:
Ladesteuerung
Als 1. Schritt wurde die Grundschaltung des Reflexlade IC ICS1702
aus dem Schaltungsvorschlag zu einem Evaluation
Board" der Fa.Galaxy
weitgehend übernommen und nur auf die gewünschten Ströme
und Zellenzahlen angepasst. Insbesondere wichtig sind hier die
Widerstände
R29/R30 und R40/R41.
Trotzdem sollte eine weitgehende Flexibilität bezüglich
Ladezeiten
und –modi erreicht werden, um auch zukünftigen Akkutypen gerecht
zu
werden. Dies habe ich durch Jumper berücksichtigt.
Das IC überwacht die Akkuspannung und falls gewünscht die
Akkutemperatur und steuert die beiden Endstufen. Über 4 LED wird
der
Ladestatus angezeigt. Ich verwende derzeit die Ladezeiten mit 30Min und
60Min und 2C bzw. 1C Ladestrom.
Die für die gewünschten Lademodi erforderliche Jumperstellung
kann in allen Variationen dem Datenlatt
entnommen werden. die von mir am häufigsten verwendete
Schnelladung
mit 2fachem Strom erfordert nur einen Jumper: JP1 auf LOW Pegel
gesteckt
(Pin SEL0 auf LOW), alle anderen Jumper bleiben offen.
Lade- Entladeendstufe
Die beiden Endstufen für Lade- und Entladestrom sind weitgehend
identisch aufgebaut. Unterschiedlich ist der Strommesswiederstand. In
der
Ladestufe sind dies 3*0,15 Ohm Widerstände in Parallelschaltung
(0,05
Ohm), da dort ein Strom bis zu 12A mit 97% Taktung bei Schnelladung
fließen
kann. Dies entspricht einer Verlustleistung von etwa 7W, so dass auch 2
0,1 Ohm Wiederstände mit 5W Belastbarkeit ausreichend wären,
zugunsten einer bessern Temperaturbilanz habe ich aber ertwas
reichlicher
dimensioniert. In der Entladestufe ist dieser Widerstand 0,02 Ohm
groß,
was den 2,5 fachen Strom bedeutet. Die Belastung steht dort aber nur
mit
durchschnittlich. 0,5% Taktung an, so dass ein 0,2 Watt Widerstand
ausreichen
würde. Wichtiger ist hier, dass ein entsprechender Strom fliessen
kann, die Anschlußleitungen also entsprechend dimensioniert sind
und der Widerstand den Strom auch durchlassen kann. Etzwas grösser
dimensioniert, oder mit Widerstandsdraht ausgeführt schadet hier
also
nicht.
Beide Operationsverstärker (Lade- und Entladestufe) werden von
dem gleichen Sollsignal (Trimmpoti P1) versorgt. Dadurch ist der
Entladestrom
immer genau 2,5 mal so hoch wie der eingestellte Ladestrom
(Datenblattvorgabe
des Reflexlade IC), falls der Akku und die Beschaltung den Strom
hergeben..
Um nicht die ganze Verlustleistung an dem Entladetransistor zu
verheizen,
ist noch ein 0,1 Ohm Widerstand (R5) eingebaut.
Die Ladestromeinstellung wird wie oben beschrieben mittels eines
Trimmpotis
auf der Platine vorgenommen. Zu diesem Zweck ist ein 3mm Loch unter dem
Trimmpoti gebohrt, damit nicht jedesmal der Kühlkörper
abgeschraubt
werden muss. Dies ist praktikabel allerdings nur mit einer
Kartenverlängerung
oder einem provisorischen Adapter außerhalb des Gehäuses
möglich.
Wer einen einfacher einstellbaren Ladestrom benötigt, legt die
Potianschlüsse
auf ein Poti auf der Frontplatte.
Die Verpolungsschutzdiode D7 (es ist eine Doppeldiode, damit der
maximale
Strom problemlos verkraftet wird) ist zusammen mit den
Endstufentransistoren
auf dem Kühlkörper (Typ SK72) montiert, als Verkabelung
sollte
Silikonkabel in angemessener Dimensionierung verwendet werden. Die
Bauteile
auf dem Kühlkörper müssen unbedingt mit Isolierscheiben
und ggfs. Kunststoffschrauben montiert werden, damit keine
Kurzschlüsse
entstehen!
Rund um OP2 ist eine Temperaturüberwachung des Endstufentransistors aufgebaut. Der Temperatursensor PTC1 sollte per Sekundenkleber zwischen den Beinen von TR4 von unten auf den Kühlkörper geklebt werden.
Im Ruhezustand der Ladeschaltung, also z.B. wenn kein Akku
angeschlossen
ist, sind beide Steuersignale (Pin 1 und 2) low. Über die Dioden
D4
und D1 werden jetzt beide Wege (Laden und Entladen) gesperrt. (Tr2 und
Tr1, deshalb auch die beiden Emitterdioden D6 und D3 um das
Emitterpotential
um die Diodenspannung anzuheben).
Wird nun z.B. das Ladesignal high (Pin 1), kann die Stromregelung ganz
unbeeinflusst über OP1, Tr2 und Tr4 erfolgen. Genauso funktioniert
das Entladen, gesteuert über Pin 2.
Lademengenmessung
Ein weiterer Schaltungsteil ist die Lademengenmessung rund um den U/F
Wandler RC4151. Dieses IC erzeugt je nach Spannung am Pin 7 eine
proportionale
Frequenz am Pin 3. Die Frequenz ja Volt Eingangsspannung wird mittels
den
Kondensatoren C16/C17 sowie den Widerständen R34 und P2 bestimmt.
Da die Messpannung über den Stromfühler-Widerständen
R1-R3
sehr gering ist, wird sie mittels des Verstärkers OP3, der auf
eine
10 fache Verstärkung eingestellt ist auf ein passendes Niveau
gebracht.
Zur Anzeige der aufgenommenen Lademenge, wurde ein preiswertes
Zählermodul
integriert. Die vom U/F Wandler IC erzeugten Impulse gehen auf einen
Teiler
(2 hoch 12, entspricht 1:4096) und werden dann auf das Zählermodul
geleitet. Jetzt wird auch klar, warum das U/F IC auf 1136 Hz pro A
eingestellt
ist (C16/C17): (1136 (Pulse/Sekunde) * 3600 (Sekunden/Stunde) ) / 4096
= 998,4375 mAh, das heißt 1 mAh pro Takt hinter dem Teiler IC.
Das
Rücksetzen des Modules erfolgt automatisch, sobald der Akku
abgeklemmt
wird und das Lade IC mit dem suchen (polling) nach einem neuen Akku
beginnt.
Da das Zählermodul für 3V Spannung ausgelegt ist,
benötigen
wir noch die Z-Diode ZD1 und R39.
Schaltungsabgleich
Zum Abgleich der Lademengenmessung, sowie zur exakten Einstellung des
Ladestromes entfernt man am besten das Lade IC (IC1) und legt den Pin 2
(Entladen) auf Masse bevor die Spannung wieder angelegt wird, da sonst
ein Kurzschluss über Lade und Entladeteil entsteht!
Bevor jetzt der Lastwiderstand angeschlossen wird, stellen wir mit
dem Poti P1 eine Spannung von 50mV am Pin 3 des IC4 ein. Jetzt den
Lastwiderstand
an den Ladebuchsen anschliessen und den Strom auf exakt 1A mittels des
Trimmpotis P1 einstellen. Mit einem Frequenzmesser stellt man jetzt am
Pin 3 des RC4151 die Ausgangsfrequenz fest. Bei 1A muss diese 1136 Hz
sein.
Da durch die Entladung der Reflexladung jedoch wieder etwas von der
eingespeisten
Kapazität verloren geht, muss hier ca. 1,25 % (0,5% *2,5 fachem
Entladestrom)
weniger,
also ca. 1122 Hz eingestellt werden. Wer keinen Frequenzmesser, aber
ein
Oszilloskop besitzt, muss hier eine Periodendauer von ca. 0,9 ms
einstellen.
Natürlich gehts auch mit einem normalen Messgerät, einer Uhr
und mit Geduld: Zähler anschließen, 1 Minute Strom
fließen
lassen, Anzeige muss 16 anzeigen. Mit dem Trimmpoti P2 so lange
einstellen
bis die Werte stimmen.
Da die von mir gemessenen, und mit Hilfe des Datenblattes ermittelten Impulszeiten usw. etwas den üblichen Bauteileschwankungen unterliegen, ist es auf jeden Fall ratsam, die Werte des aufgebauten Modules nachzumessen.
Ist die Lademessung abgeglichen, stellt man jetzt noch den später gewünschten Ladestrom exakt ein (50mV an Pin3 des IC4 pro Ampere Ladestrom), entfernt die Lötbrücke an Pin 2 und setzt das IC1 wieder ein. Das Lademodul ist einsatzbereit.
Im Schaltplan eingezeichnet ist auch
eine
Variante für unterschiedliche Zellenanzahlen, mit auf Drehschalter
geführten Widerständen zur Umschaltung. Dann sollte man
allerdings
auch das Poti zur Stromeinstellung nach draußen führen.
Die im Schaltplan eingezeichneten
Klemmen K19 -K22 sind nur Meßanschlüsse und haben derzeit
keine weitere Funktion!
Schaltplan
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Bestückungsplan
Stückliste
Platinenlayout
Achtung: ZD2 und R53 sind nicht in diesem Platinenlayout
vorgesehen, siehe den Hinweis
zur
Schaltungsänderung!
Erstellt habe ich das Layout mit dem PCB Programm Pia von Andreas Waldherr. Auf seiner Homepage gibt es eine Demoversion, mit der auch gedruckt werden kann. Wer meine Layoutfiles für den Reflexlader dafür möchte, sende mir bitte eine eMail.
Bauteiletipps und "Spezialbauteile"

Beschaffung ICS1702:
Die Firma Galaxypower hat die Produktion und den Vertrieb der
Reflexlade ICs Ende 2004 eingestellt! Das Reflexlade IC
ICS1702
ist bei Reichelt und Conrad ncht mehr lieferbar.
Bis Ende 2005 war es noch im Kessler Katalog und bei ELV zu bekommen.
Seit Anfang 2006 haben ihn beide Firmen nicht mehr !
Wer noch einen Lieferanten ausfindig macht, möge mir bitte diesen
nennen.
Vor Aufbau der Schaltung also erst die Verfügbarkeit prüfen und ev. "Ersatzteile" beschaffen. Ich selbst habe keine ICS1702 auf Lager und kenne auch nicht den Lieferstatus diverser Händler!
Update vom Februar 2011:
es gibt bei eBay einen Anbieter aus China der ICS 1702 Nachbauten in
SMD Bauform anbietet (Suche nach ICS1702. Ich selbst habe weder etwas
bestellt noch eine Info über die Funktionsfähigkeit dieser Chips
erhalten, wollte die Infortmation aber gerne weitergeben. Wer es
getestet hat, bitte Info an mich.
Zu beachten ist, dass das laden von 7 zelligen (8,4 Volt) Akkus nur bei Anschluss an Netzspannung möglich ist, da mindestens 14 Volt benötigt werden, bei den normalen 7,2 Volt Akkupacks gibt es aber keine Probleme.
Als einziges etwas schwerer zu beschaffendes Bauteil außer dem
ICS1702 dürfte
sich
der 0,02 Ohm (kein Druckfehler) Widerstand herausstellen. Der
Widerstandswert
ist 2,5 mal kleiner als der Lastwiderstand in der Ladeversorgung.
Dadurch
wird der Entladestrom immer 2,5 mal so hoch sein wie der Ladestrom und
beide Werte werden gleichzeitig mit dem Trimmpoti geregelt. Der im
Layout
vorgesehene Widerstand ist von der
Fa.
Bürklin. Ersatzweise kann natürlich z.B. ein
Widerstandsdraht
in passender Dimensionierung verwendet werden.
Die im Schaltplan eingetragenen Transistoren sind schon etwas
"antiquiert". Beschaffbare Ersatztypen sind z.B. für BDX64 der MJ2955ISC, und für die BC109C
der BC550C.
Achtung:
Das ursprünglich verwendete Zählermodul (Conrad)
ist Stand 30.06.2002 von Conrad nicht mehr lieferbar. Von
Conrad
gibt es neu zwei preiswerte kleinere Zählermodule mit 6 mm
Anzeigenhöhe
und eigener Batterie (4 oder 6 stellig). Diese Module arbeiten mit
potenzialfreien
Kontakten gegen Masse, und die Anzeige ist immer an. Dieses Modul kann
problemlos an die vorgestellte Schaltung angeschlossen werden. Zum
Schutz
gegen zu hohe Eingangspegel sollte eine Diode (1N4148) mit der Kathode
zum 4020 in die Zählleitung eingebaut werden. Beim Reset
Anschluß
wird genau so verfahren. Wer die eingebaute Batterie ersetzen
möchte,
tauscht die Zenerdiode ZD1 gegen einen 1,5V Typ aus.
Natürlich geht es auch ganz ohne Zählermodul, allerdings
gibt die aufgenommene Lademenge eine ungefähre Aussage über
die
Akkuqualität, die ich nicht mehr missen möchte.
Achtung: ZD2 und R53 sind im angegebenen Platinenlayout nicht
vorgesehen, siehe den Hinweis
zur Schaltungsänderung!
Die Doppeldiode MBR2045 ist ebenfalls von Conrad, der Rest
überwiegend
von Reichelt
Elektronik.
Die Bestellnummern der Spezialteile stehen in der Stückliste.
Provisionen bekomme ich von keiner der genannten Firmen. Wer alternative (preiswertere) Quellen für diese Bauteile kennt, möchte sie mir bitte mitteilen.