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Die ersten Versuche der Fahrtregler machte ich mit dem mir vertrauten Mikrocontroller 89C2051 von Atmel. Die ersten positiven Ergebnisse folgten auch sehr rasch, und das Modellfahren konnte beginnen. Natürlich stiegen noch rascher die Anforderungen an die nächste Version des Fahrtreglers, und ich überlegte mir, was man noch einbauen könnte, bzw. wie man das eine oder andere Problem umgehen könnte. Nach dem die ersten Akkus erfolgreich leergefahren wurden, musste ich mir selbst eingestehen, dass die Softwaremöglichkeiten des 89C2051 eigentlich nicht das waren, was ich mir für die weitere Entwicklung vorstellte. Der Prozessor ist eigentlich zu langsam (trotz der 24Mhz, da intern ja durch 12 geteilt wird), hat zu schlechte Interrupteigenschaften (nur low Flanke/Pegel möglich) und ein Watchdog wäre doch auch schon das eine oder andere mal nützlich gewesen, als sich der Prozessor durch Induktionsspannungen vom Motor aufgehängt hat. Ich wurde bei Atmel und den neueren AVR RISC Prozessoren fündig, die den für mich nicht zu unterschätzenden Vorteil der Pinkompatibilität mit dem 89C2051 haben. (dadurch werden sie auch für alle anderen Projekte mit diesem Prozessor eine Alternative). Bei diesen Mikrocontroller waren auch die Interrupts so, wie ich es mir vorstellte (wahlweise positive oder negative Flanke), es gibt einen Watchdog, und die Befehlsabarbeitung ist 4* schneller (bei 8Mhz, verglichen mit 24 Mhz des 89C2051). Ausserdem gibt es ein internes eEprom, was für eine Parameterspeicherung sehr nützlich ist. Und als Clou gibt es noch zwei "abgespeckte" Versionen mit nur 8 Pins und damit optimal für eine zukünftige mini Version geeignet.
Hier sind die ersten Varianten meiner Fahrtregler, aber natürlich sind Weiterentwicklungen (nur noch mit AVR) bereits in Arbeit, u.a. auch ein Rückwärtsregler, bei dem hapert es aber im Moment noch an dem genügend kleinen Layout, er wird wohl komplett in SMD aufgebaut werden.
Fazit und Warnung an alle potentiellen Selberbauer:
Die Schaltungen sind zum Nachbauen für diejenigen geeignet, die
mit Mikrocontrollerschaltungen schon einige Erfahrung gesammelt haben,
und abschätzen können, ob sie eine solche Schaltung auch in Betrieb
nehmen können, und mit möglicherweise auftretenden Störungen
durch die hohen Motorströme zurecht kommen. Diese Schaltung läuft
in kleinen Variationen bei mir und einigen Freunden bereits in mehreren
Modellen und an 3 verschiedenen Fernsteuerungen, was aber nicht heisst,
dass es in anderer Konstellation und insbesondere bei anderen Motoren nicht
doch zu Problemen kommen kann! Insbesondere habe ich keinerlei Erfahrung,
wie sich Bauteiletoleranzen eventuell auswirken.
Durch die möglicherweise unterschiedlichen Servosignale und die
unterschiedlichen Signalzeiten verschiedener Fernbedienungen muss gegebenenfalls
auch die Software angepasst werden, was nicht ohne entsprechendes Equipment
und zumindest rudimentäre Programmiererfahrung zu machen ist.
Für alle die trotz aller
Warnungen weiterlesen, und noch nicht aufgegeben haben ;-)
Die unbestreitbaren Vorteile von Profi Reglern, die allesamt erst im
Preissegment jenseits der 200.- DM starten sind: kein Motorlimit, hohe
Ansteuerfrequenz für den Motor (dadurch gleichmäßigerer
Lauf und etwas besserer Wirkungsgrad, allerdings nur noch für den
Profi unterscheidbar), gleichmäßiges, und in der ganz teuren
Klasse auch ein programmierbares Regelverhalten. Dazu ein Bremslichtanschluss
für die, die eine Realitätsnähe möchten, eventuell
noch ein Rückwärtsganglicht.
Das alles sollte mindestens in meinen Fahrtreglern drin sein, dazu
noch wenn möglich eine bessere Umschaltung für den Rückwärtsgang,
denn wer bremst schon genau die 2 Sekunden bevor der (käufliche) Regler
auf rückwärts umschaltet. Da meine Fernsteuerung einen 3. Kanal
hat (der Empfänger natürlich auch) wollte ich diesen auch entsprechend
nutzen. Bei reinen Vorwärtsreglern gibt es damit aber keine Probleme,
die AVR Variante des Vorwärtsreglers nutzt diesen Kanal ebenfalls,
dort aber zur Steuerung eines Rücklichtes.
Das Regelverhalten der meisten käuflichen Regler misst beim Abgleich
den Nullpunkt, sowie den Maximalausschlag für Vollgas und Bremse.
Im optimalen Fall, werden zwischen diesen Werten tatsächlich 255 Schritte
für den Motor erzeugt, was für eine gleichmäßige Regeleigenschaft
sprechen soll. Jetzt kann jeder mal versuchen, 255 Positionen mit dem Handregler
einzustellen, und dann noch 255 verschiedene Motorgeschwindigkeiten zu
erkennen. In der Praxis ist es so, dass der Motor im unteren Bereich recht
feinfühlig auf die Änderung der Gasstellung reagiert, im oberen
Bereich allerdings deutlich weniger Unterschiede festzustellen sind. Jetzt
gibt es tolle Profi Fernsteuersender, die ein Einstellen der Gaskurve möglich
machen, also dem eben beschriebenen Effekt entgegenwirken können.
Das ist durchaus Sinnvoll bei Benzingetriebenen Motoren, die ein mechanisches
Servo als Gassteuerung benutzen, bei einem elektronischen Fahrtregler geht
das natürlich auf kosten der Anzahl der Steuerschritte, und wird in
meinen Reglern durch das Programm realisiert. Somit wird ein "verstellen"
der Gaskurve durch den Fahrtregler umgesetzt. (Tabellengesteuert). Ähnlich
machen das auch die sehr teuren Profi Regler für Rennfahrer (z.B.
Novak) für die es z.B. eine PC Software zum Anpassen auf Motor und
Auto gibt. Eben diesen "Aufschlag" wollte ich ja mit meinen Fahrtreglern
einsparen ;-)
Einige Erfahrungen, mit denen ich vor Beginn
der Arbeiten so nicht unbedingt gerechnet hätte sind Folgende:
Man merkt auch als "nicht Rennfahrer" sehr wohl einen Unterschied im
direkten Vergleich, ob man Leistungsfähigere FETs und die möglichst
noch in höherer Anzahl verwendet, oder dort gespart hat. Auch sind
die Bremsströme nicht zu vernachlässigen! Sind die Leiterbahnen
dort zu schmal, brennen sie ruck zuck durch, was ich besonders in der Software
Entwicklungsphase manchmal als Programmierfehler interpretiert hatte.
Insbesondere beim Testen während der Programmentwicklung sollte
man sich nicht dazu verleiten lassen, die Schaltung aus einem Netzteil
zu speisen, wenn eine (auch kleinere) Last in Form eines schwächeren
Motors angeschlossen ist. Die Ströme die beim anlaufen des Motors
auftreten liegen im Bereich deutlich jenseits 10A und der auftretende "brumm"
und die Spannungsschwankungen "versauen" manches Messergebnis. Das Verhalten
der Schaltung ist nur an einem geeigneten Akku reproduzierbar. Dieser sollte
jedoch bei den ersten Versuchen nicht ganz prall geladen sein, um bei möglichen
Kurzschlüssen wenigstens noch eine kurze Reaktionszeit zu haben.
Achtung bei beinahe leeren Akkus, sie reagieren durch den höheren
Innenwiderstand viel mehr auf hohe Belastungen durch abfallen der Spannung.
Die interne Spannungsregelung des Fahrtreglers muss darauf eingerichtet
sein. Bei dem AVR Fahrtregler ist zusätzlich noch eine "Watchdog"
Routine eingebaut, falls sich der Mikrocontroller mal bei Spannungseinbruch
"aufhängt".
Also nochmal: Jeder sollte sich genau überlegen,
ob der Selbstbau für Ihn selbst Sinn macht, und ob er den eventuell
auftretenden Problemen gewachsen ist. Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang
ist die mögliche Störung von anderen RC Fahrern mit möglicherweise
empfindlicheren, weil vielleicht nicht so hochwertigen Empfängern.
Also nicht gleich den ersten Test auf einer vollen Bahn machen!
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